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Gedichte und Geschichten
Gedichte und Geschichten
In diesem Blog gibt es Gedichte sowie Geschichten von bedeutenden deutschen Dichtern und Künstlern aus vergangenen Jahrhunderten. Dazu gibt es historische Berichte und Gesetzestexte.
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Ein Weib – Heine
geschrieben am 14.02.12 - 15:58 UhrSie hatten sich beide so herzlich lieb, Spitzbübin war sie, er war ein Dieb. Wenn er Schelmenstreiche machte, Sie warf sich auf’s Bett und lachte. Der Tag verging in Freud und Lust, Des Nachts lag sie an seiner Brust. Als man in’s Gefängniß ihn brachte, Sie stand am [...]
Genügen – Ernst
geschrieben am 14.02.12 - 15:52 UhrWie trüg’ ich wohl ein Fernverlangen, Da hier der Tag in Rosen blüht, Die Sonne mich erweckt mit Prangen Und mir am Abend sanft verglüht? Vom Garten schon in früher Stunde Herüberträgt der Morgenwind Ein Lied aus froher Kinder Munde – Wie singt so hell mein [...]
Kleine Lügen – Ringelnatz
geschrieben am 13.02.12 - 16:45 UhrKleine Lügen und auch kleine Kinder haben kurze Beine. Das ABC ist äußerst wichtig. Im Telefonbuch steht es richtig. Der Klapperstorch hat krumme Beine. Die Kinder werfen ihn mit Steine. Aber Kinder bringt er keine. Der Spanier lebt in fernen Zonen Für die, die weitab davon [...]
Käuzlein – Storm
geschrieben am 13.02.12 - 16:36 UhrDa sitzt der Kauz im Ulmenbaum, Und heult und heult im Ulmenbaum. Die Welt hat für uns beide Raum! Was heult der Kauz im Ulmenbaum Von Sterben und von Sterben? Und über’n Weg die Nachtigall, Genüber pfeift die Nachtigall. O weh, die Lieb’ ist gangen all! Was pfeift so [...]
Weihnachtslied – Storm
geschrieben am 13.02.12 - 16:34 UhrVom Himmel in die tiefsten Klüfte Ein milder Stern herniederlacht; Vom Tannenwalde steigen Düfte Und hauchen durch die Winterlüfte, Und kerzenhelle wird die Nacht. Mir ist das Herz so froh erschrocken, Das ist die liebe Weihnachtszeit! Ich höre fernher Kirchenglocken Mich [...]
Abenddämmerung – Heine
geschrieben am 13.02.12 - 16:31 UhrAm blassen Meeresstrande Saß ich gedankenbekümmert und einsam. Die Sonne neigte sich tiefer, und warf Glührothe Streifen auf das Wasser, Und die weißen, weiten Wellen, Von der Fluth gedrängt, Schäumten und rauschten näher und näher – Ein seltsam Geräusch, ein [...]
Hälfte des Lebens – Hölderlin
geschrieben am 13.02.12 - 16:28 UhrMit gelben Birnen hänget Und voll mit wilden Rosen Das Land in den See, Ihr holden Schwäne, Und trunken von Küssen Tunkt ihr das Haupt Ins heilignüchterne Wasser. Weh mir, wo nehm ich, wenn Es Winter ist, die Blumen, und wo Den Sonnenschein, Und Schatten der Erde? Die Mauern [...]
Die Nacht – Hölderlin
geschrieben am 13.02.12 - 16:26 UhrRings um ruhet die Stadt. Still wird die erleuchtete Gasse, Und mit Fackeln geschmückt rauschen die Wagen hinweg. Satt gehn heim von Freuden des Tags zu ruhen, die Menschen, Und Gewinn und Verlust wäget ein sinniges Haupt Wolzufrieden zu Haus; leer steht von Trauben und [...]
Abbitte – Hölderlin
geschrieben am 13.02.12 - 16:24 UhrHeilig Wesen! gestört hab’ ich die goldene Götterruhe dir oft, und der geheimeren, Tiefern Schmerzen des Lebens Hast du manche gelernt von mir. O vergiß es, vergieb! gleich dem Gewölke dort Vor dem friedlichen Mond, geh’ ich dahin und du Ruhst und glänzest in deiner [...]
Die Liebenden – Hölderlin
geschrieben am 13.02.12 - 16:21 UhrTrennen wollten wir uns, wähnten es gut und klug; Da wir’s thaten, warum schröckt uns wie Mord die That? Ach, wir kennen uns wenig, Denn es waltet ein Gott in uns. Titel: Die Liebenden Autor: Friedrich Hölderlin Erschienen: 1799
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